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20.07.09

Spielvorstellung: Ein bisschen Mord muss sein

Ein bisschen Mord muss seinEin Spiel, bei dem erstmal 7 Bücher in einem Schuber auffallen scheint auf den ersten Blick ungewöhnlich. Auch beim genaueren Hinschauen ist Ein bisschen Mord muss sein tatsächlich ein ungewöhnliches Spiel: Hier ist vor allem die Improvisationsfähigkeit der Spieler gefragt. Zunächst wird der Inspektor bestimmt, dessen Aufgabe ist es, den Täter in höchst kniffeligen Kriminalfällen zu ermitteln. Beispielsweise wurden die Kühe hinter dem Bogenschießstand mit Pfeilen durchlöchert. Oder das Kokain mit Gips gestreckt, alle Süchtigen klagen über verstopfte Nasen. Doch wer ist der Täter? 3-5 Verdächtige haben jeweils 1 Buch, davon ist 1 der Täter. Der Inspektor selber verfügt über kurze Infos über jeden Verdächtigen. Jeder Spieler muss nun innerhalb von 1 Minute ein Alibi erfinden, in dem 3 Pflichtwörter vorkommen, die zumindest phonetisch identisch ausgesprochen werden müssen. Der Täter hat abweichende Pflichtwörter. Nun versucht der Täter, die Pflichtwörter der anderen aufzugreifen und mitzuverwenden, ebenso wie die anderen Verdächtigen bemüht sind, den Inspektor in die Irre zu führen. Ein Gerichtsschreiber überwacht beim Spiel ab 5 Spielern das korrekte Einhalten der Alibi-Zeit sowie die Verwendung der Pflichtwörter. Pro nicht verwendetem Pflichtwort erhält der Spieler 1 Minuspunkt. Dann folgt eine 2. Fragerunde, in der der Inspektor allerdings mit einem anderen Verdächtigen als in der ersten Runde beginnen muss. Auch sind hier jeweils neue Pflichtwörter vorgegeben. Danach dürfen die Mitspieler (Verdächtige und Gerichtsschreiber) dem Inspektor entweder Vertrauen oder Zweifel äußern. Danach bestimmt der Inspektor den Täter. Liegt er richtig, bekommt er 3 Pluspunkte, der Täter 3 Minuspunkte. Jeder Spieler, der korrekt vertraute bekommt 1 Pluspunkt. Irrt der Inspektor werden ihm 3 Punkte abgezogen und der Täter erhält 3 Punkte. Hier bekommen nur die zweifelnden Mitspieler je 1 Punkt. Danach werden die Bücher des Inspektors und Gerichtsschreibers weiter gereicht, die Verdächtigen-Bücher gemischt und unter den Verdächtigen neu verteilt. Das Spiel endet, sobald jeder einmal Inspektor war. Gewonnen hat, wer die meisten Siegpunkte hat.

Insgesamt ein Spiel für die eher große Gruppe. Es müssen unbedingt kommunikative und eher extrovertierte Spieler sein, um dem Spiel dem nötigen Spass zu verleihen. Je besser die Spieler improvisieren können, umso großer wird der Spielspass. Hier ist Kreativität gefragt! Für Fortgeschrittene gibt es noch eine etwas erschwerte Version mit nur 30 Sekunden, um ein Alibi zu formulieren. Es sind 241 Kriminalfälle enthalten, so dass langer Spielspass garantiert wird.

Ein bisschen Mord muss sein - Kurzübersicht

Für wen: Kreative, Kommunikative
Preis: etwa 28,- €
Spieler: 4-7 Personen
Alter: ab 13 Jahren
Spieldauer: ca. 45 Minuten, je nach Gruppengröße
Auszeichnungen: -
Typ: Improvisation
Glücksfaktor: keiner
Verlag: Pro Ludo Spielevertrieb
Bezugsquelle: Amazon, Spielehandel

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16.05.07

Neulich gespielt: Der Markt von Alturien

markt_alturien.jpg Das ist jetzt wirklich mal ein erster Eindruck von einem Spiel, nach nur einer Partie. Normalerweise kommt das hier ja nicht so oft vor, zum Grund dafür dann später. Der Markt von Alturien kommt in einer großen Schachtel, schon fast zu groß, denn der Spielplan rutscht drin herum. Das Spielmaterial hätte durchaus in einer etwas kleineren Schachtel Platz gefunden. Mit kleiner meine ich hier schon die normale große Schachtel, wie man sie z.B. von Ravensburger kennt. Das Material ist schon üppig: ein großer Spielplan, jede Menge bunte Plastikhäuser (wenn auch etwas seltsam geformt, aber gut stapelbar), 7 große Miniaturen der adligen Kunden, schön illustrierte Kartenstapel. Alles sieht für sich gut aus, nur in Kombination wirkt es nicht sehr schön: der Spielplan ist recht düster gehalten, die Häuser quietschbunt und die Kunden dagegen gold, silber und bronze metallic. Die Farbauswahl unterlag sicher funktionalen Gesichtspunkten, zumal es eine dritte Farbmenge für die Marktbereiche auf dem Spielplan gibt. Ich gebe zu, da wird es für den Grafiker schon schwer. Vielleicht hätte man die Händler gewissen Bereichen mit Symbolen zuordnen sollen: Fisch-, Tuch-, Sonstwashändler. Für den Spielablauf war das aber in Ordnung, es ging ja nur um den optischen Eindruck.

Das Spiel selbst ist schnell beschrieben: Zu Beginn kann jeder vier Handelshäuser auf den Markt stellen. Wer die Mehrheit in einem Bereich hat, ist Marktführer und erhält beim Verkauf einen Bonus. Dann werden die Kunden eingesetzt und es wird losgewürfelt. Mit einem Kunden muss man dann die gewürfelte Anzahl an Feldern gehen und der Ladenbesitzer auf dem Feld, wo der Kunde landet, bekommt Geld. Das kann man dann in weitere Läden investieren (bei wenigen Spielern gibt's genug freie Felder oder auch um die Marktführerschaft zu erhalten). Mit einem Dieb kann man zusätzlich die anderen Ladenbesitzer berauben. Irgendwann hat man mal genug Geld um Prestigekarten zu kaufen. Sobald ein Spieler drei Prestigekarten hat, endet das Spiel.

Soweit kam es bei uns aber nicht. Wir haben vorher abgebrochen und nach diesem Erlebnis bezweifle ich auch, dass das Spiel noch einmal auf den Tisch kommt. In den 80er Jahren ist diese Monopoly-Variante vielleicht noch ganz reizvoll gewesen (tatsächlich ist der Markt eine leicht bearbeitete Neuauflage von "City" das 1988 bei Jumbo erschien) und wie so viele Spiele aus dieser Zeit, die man in durchaus guter Erinnerung hat, muß man auch hier feststellen: die Entwicklung ist weitergegangen. Schade um das üppige Spielmaterial, aber von Wolfgang Kramer empfehle ich lieber andere Spiele.

Der Markt von Alturien - Kurzübersicht

Für wen: Freunde einfacher Würfelspiele
Preis: empf. VK 40,-
Spieler: 2-6 Personen
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 60 min
Auszeichnungen: -
Typ: Wirtschaftsspiel
Glücksfaktor: hoch
Autor: Wolfgang Kramer
Verlag: Pro Ludo
Bezugsquelle: Amazon, Spielehandel

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22.03.07

Spielvorstellung: Time's up!

timesup.jpg Auf dem letzten AOU-Con im Januar war das einer Hits, das einzige Exemplar war fast ständig im Einsatz, vor allem in den späten Abendstunden. Prinzipiell geht es um das Erraten von bekannten, realen oder fiktiven Personen und so besteht der Hauptbestandteil des Spiels aus mehreren Hundert Karten mit jeweils zwei Namen. 40 davon werden vor dem Spiel zufällig gezogen und an die Spieler verteilt. Zusätzlich erhält jeder Spieler zwei weitere, damit er aus den zugeteilten Karten wieder zwei Stück ablegen kann, die ihm nicht zusagen, weil er sie nicht kennt oder meint, sie später nicht erklären zu können. Danach werden alle Karten wieder eingesammelt und gemischt. Bevor es losgeht, werden noch Teams aus zwei Spielern gebildet (bei mehr Teilnehmern kann es auch 3er-Teams geben). Im ersten Durchgang versucht ein Teammitglied dem anderen eine der Personen zu erklären, bis dieser die Person erraten hat. Jede richtig erratene Person ist ein Punkt wert, man sollte also schnell sein, zumal man nur 30 Sekunden Zeit hat, bis das nächste Team an die Reihe kommt.

Sind alle 40 Personen erraten und die Punkte für die Teams notiert, werden alle Karten wieder gemischt und der zweite Durchgang startet. Jetzt darf zu jeder Person nur noch ein Begriff genannt werden und der Ratende hat genau einen Versuch. Richtig geratene Personen bringen wieder einen Punkt. Bei einem Fehler wird mit der nächsten Karte weitergemacht. Auch darf man eine Karte überspringen, wenn einem spontan kein passender Begriff einfällt. Doch meist funktioniert das ganz gut, denn man hat ja schon zu allen Personen die Beschreibungen um ersten Durchgang gehört. Es ist also erforderlich, dass man da schon gut zuhört, auch wenn man nicht an der Reihe ist. Ist auch dieser Durchgang vorbei, geht es in die dritte Runde und da kommt Bewegung in's Spiel, denn nur noch Pantomime und Geräusche sind erlaubt, die zu ratende Person darzustellen. Das kann schon ganz schön schwer sein, wenn in den ersten beiden Durchgängen nur relativ abstrakte Begriffe zur Beschreibung einer Person genutzt werden. Trotzdem macht besonders diese Runde viel Spaß, wenn man es mal soweit geschafft hat. Leider habe ich auch schon die Erfahrung machen müssen, daß nach der ersten Runde die Punktedifferenz bei zwei Teams so weit auseinanderlag, daß die Partie abgebrochen wurde. Leider kann man das vorher nicht feststellen und nur durch Ausprobieren herausfinden. Trotzdem werde ich das Spiel immer wieder vorschlagen und für etablierte Spielrunden, bei denen es gut angekommen ist, sind genug Karten im Spiel, so daß auch nach einigen Partien keine Wiederholungen vorkommen.

Time's up! - Kurzübersicht

Für wen: Partygänger und Schnelldenker
Preis: 30,- Euro
Spieler: 4-12 Personen
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 45-60 min
Auszeichnungen: -
Typ: Ratespiel
Glücksfaktor: mittel
Autor: Peter Sarett
Verlag: Pro Ludo
Bezugsquelle: Amazon, Spielehandel

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08.02.07

Spielvorstellung: Spiel der Türme

spieldtue.jpg Heute möchte ich mal ein Spiel vorstellen, das eher die Freunde abstrakter bzw. klassischer Spiele ansprechen dürfte. Die thematische Einbindung ist nur Design, auch wenn die Türme von San Gimignano dem Autor als Inspiration dienten.

Gespielt wird auf einem rechteckigen Spielplan, der rechtwinklige Gassen und Häuserblöcke der Stadt darstellt. In den Gassen werden zu Beginn 80 Spielsteine zufällig verteilt, die vier verschiedene Symbole zeigen. Jedes Symbol gibt es dabei in jeder der vier Spielerfarben. Ziel ist es, aus den offen liegenden Steinen, Türme zu bilden, die das gleiche Symbol tragen. Die Farbe des zuoberst liegenden Steines gibt dabei den Besitzer an, der mit dem Turm/Stein ziehen darf. Gezogen wird waagrecht bzw. senkrecht, wobei fremde Türme/Steine bzw. Symbole blockieren. Man versucht also, möglichst viele Steine fremder Farbe einzufangen, wobei ein Turm maximal 5 Steine hoch werden darf. Ziel aller Türme sind die Häuserblöcke mit den vorgedruckten Symbolen, denn nur dort abgestellte Türme kommen in die Wertung, wenn das Spiel endet.

Durch die zufällige Anfangsverteilung ist sichergestellt, daß jede Partie anders verläuft, das war es aber auch schon mit dem Zufall, alle Informationen sind offen und der Rest liegt allein an der Taktik der Spieler. Das ergibt eben ein Spielgefühl, wie man es von klassischen Brettspielen her kennt: einfacher Einstieg und trotzdem eine Spieltiefe, die einem etwas zum Grübeln gibt. Schön, daß dieses Spiel nicht vergessen wurde und eine Neuauflage bekommen hat.

Spiel der Türme - Kurzübersicht

Für wen: Freunde klassischer abstrakter Spiele
Preis: ca. 20 Euro
Spieler: 2-4 Personen
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 30-60 min
Auszeichnungen: Erstausgabe Auswahlliste Spiel des Jahres 1993
Typ: Taktikspiel
Glücksfaktor: wenig
Autor: Rudi Hoffmann
Verlag: Pro Ludo
Bezugsquelle: Amazon, Spielehandel

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Information

Dieses Weblog informiert über Brettspiele bzw. Gesellschaftsspiele. Inhalte sind die Vorstellung von alten und neuen Spielen, Spielstrategie, Spielzubehör, Spielanleitungen, etc.
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