Der Sagenstoff um König Artus und seine Tafelrunde hat schon zu mancherlei Spieleveröffentlichung geführt, in Zukunft wird sich jedes Spiel zu diesem Thema mit "Schatten über Camelot" messen müssen. Was Days of Wonder produziert hat, setzt die Messlatte ziemlich hoch, nicht nur was die grafische Gestaltung und die Ausstattung mit plastischen Figuren angeht, sondern auch die Umsetzung als kooperatives Spiel ist einzigartig.
Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines Ritters der Tafelrunde, ja König Artus spielt sogar selbst mit, wenn es darum geht, die vielen Gefährdungen seines Reiches abzuwehren. England ist wahrlich in Gefahr, es brennt an allen Ecken des Reiches: im Norden droht die Invasion der Pikten, an den Stränden im Süden landen die Sachsen, der schwarze Ritter treibt sein Unwesen und Camelot wird von feindlichen Mächten belagert. Neben der Abwehr all dieser Gefahren gilt es noch Lancelots Rüstung, den heiligen Gral und das sagenhafte Schwert Excalibur zu finden. Selbst für 7 Ritter, die gemeinsam gegen die dunklen Mächte angehen, ist das eine Riesenaufgabe, immer und überall droht das vorzeitige Spielende mit dem Sieg des Bösen über die getreuen Ritter. Einen der Gemeinschaft hat es sogar schon auf seine Seite ziehen können. Im Geheimen arbeitet bereits ein Mitglied der Tafelrunde als Verräter, getarnt versucht er, das Böse zu fördern, wo er kann und tut doch so, als würde er die Feinde Englands bekämpfen. Da können schon Zweifel bei den Getreuen wach werden, doch allzu frühzeitige und noch dazu falsche Verdächtigungen leisten dem Übel nur Vorschub. Trotzdem, die Enttarnung des Verräters bringt wichtige Punkte im Sieg gegen die Dunklen Mächte.
Spieltechnisch ist "Schatten über Camelot" eher ein einfaches Kartenspiel. Um eine Aufgabe zu lösen, begeben sich einzelne oder Gruppen von Rittern an den zugehörigen Ort und spielen dort die passenden Karten aus. Neue Karten bekommt man in Camelot und für das erfolgreiche Lösen einer Aufgabe. Auch die spezifischen Eigenschaften der verschiedenen Spielerfiguren helfen, so kann z.B. Artus Karten mit anderen Rittern tauschen. Doch jeder Spieler muss in seinem Zug auch das Böse voranbringen (auch wenn er nicht selbst der Verräter ist), meist geschieht das durch Aufdecken einer entsprechenden dunklen Karte, welche die Lösung der Aufgaben behindern oder anderweitig den Rittern schaden. Der Reiz des Spieles liegt nun darin, die Aktivitäten der Ritter nach deren Aktionsmöglichkeiten zu koordinieren. Das Verbot, direkt über die auf der Hand befindlichen Karten zu reden, fördert zudem den Rollenspielcharakter. Das Salz in der Suppe ist aber die Suche nach dem zu Beginn des Spiels ausgelosten geheimen Verräter, enttarnt kann er zwar hemmungslos das Böse fördern und die verbliebenen Ritter ärgern, bleibt er aber unentdeckt, kann er am Ende das oft knappe Ergebnis manchmal noch zu seinen Gunsten wenden.
Zwar gibt der Verlag eine Mindestspielerzahl von drei an, das Spiel entfaltet aber seinen vollen Reiz erst mit einer größeren Besetzung ab 5 Spieler. Die Schwierigkeit der Aufgaben passt sich dabei flexibel der Spielerzahl an, da jeder Spieler als Teil seines Zuges auch das Böse voranbringen muss. Die erste Partie sollte man wie in der Spielregel empfohlen ohne den Verräter spielen, gegen das Spiel zu gewinnen ist für Neulinge schon schwierig genug. Doch bei einer Partie wird es selten bleiben, die Herausforderungen sind reizvoll, das Spielgeschehen bezieht immer alle Spieler ein und ab der zweiten Partie macht es die Suche nach dem Verräter noch spannender. Wie bereits in der Einleitung geschrieben: ein einzigartiges Spiel!
Schatten über Camelot - Kurzübersicht
Für wen: große Spielrunden mit Fantasybegeisterung
Preis: 40-50 Euro
Spieler: 3-7 Personen (empfohlen ab 5)
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 60-90 min
Auszeichnungen: Spiel des Jahres Sonderpreis fantastisches Spiel
Spiel der Spiele Österreich: Spiel für Experten
Spiel des Jahres in Japan und weitere Preise in Frankreich und den USA
Typ: kooperatives Fantasyspiel
Glücksfaktor: mittel
Autor: Bruno Cathala und Serge Laget
Verlag: Days of Wonder
Bezugsquelle:
Amazon, Spielehandel