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09.07.09

Spielvorstellung: Pandemie

pandemie.jpg das Thema dieses Spiels ist ja zur Abwechslung mal hochaktuell (sonst herrschen ja Mittelalter und noch grauere Vorzeiten vor): Vogel- und Schweinegrippe verbreiten sich dank morderner Reisemöglichkeiten blitzschnell zwischen den Kontinenten. Die Bekämpfung von vier (namenlosen) Seuchen ist Ziel in diesem Spiel. Ein Ziel, das alle nur gemeinsam erreichen können oder eben nicht, wenn die Seuchen überhand nehmen. Der Vorteil beim Spiel ist dabei, dass man den Versuch der Seuchenbekämpfung wiederholen kann, um es dann vielleicht besser zu machen.

Der Spielplan stellt eine Weltkarte dar, über die ein Netz von Großstädten gelegt ist. Jede Stadt ist dabei einer der Farben der vier Seuchen zugeordnet, was bedeutet, dass diese Seuche in dieser Stadt ausbrechen kann. Die Seuchengebiete sind dabei nicht verstreut, sondern zusammenhängend. Gleich zu Beginn werden vom Infektionskartenstapel einige Karten aufgedeckt und damit die anfangs vorhandenen Infektionsherde entsprechend markiert. Die Ausbreitung dieser Seuchen gilt es zu verhindern und gleichzeitig für jede ein Gegenmittel zu finden. Hat man alle vier Gegenmittel gefunden, bevor eine Seuche überhand nimmt oder das Ausbruchslevel zu hoch ist, gewinnt man eine Partie.

Die bis zu vier Spieler schlüpfen dabei jeweils in unterschiedliche Rollen, die ihnen für die Dauer der Partie jeweils eine spezielle Aktionsmöglichkeit gibt. So kann der Arzt effektiver heilen oder der Dispatcher darf die Figuren der Mitspieler ziehen. Standardaktionen sind Reisen, Heilen (Entfernen von Seuchenwürfeln), Bau von Forschungsstationen und die Entwicklung der Gegenmittel. Alles wird mit zwei Kartenstapeln gesteuert. Da gibt es den Infektionsstapel der für jede Stadt eine Karte enthält. Davon muss jeder Spieler am Ende seiner Runde einige aufdecken und die entsprechenden Städte mit Seuchenwürfeln bestücken. Sind dabei mehr als drei in einer Stadt, gibt es einen Ausbruch der Seuche und alle Nachbarstädte werden auch betroffen. Das kann zu Kettenreaktionen führen und damit zum schnellen Spielende. Der andere Kartenstapel enthält neben einigen Sonderaktionskarten ebenfalls für jede Stadt eine Karte. Diese werden einerseits zum Reisen (Flug zu einer entfernten Stadt) benutzt, sind aber viel wertvoller, da sie auch zur Entwicklung der Gegenmittel benötigt werden. Vier gleichfarbige Karten sind dazu nötig, nicht einfach bei einerm Handkartenmaximum von fünf Karten. Am übelsten sind aber die Epidemiekarten, von denen je nach Schwierigkeitsgrad 4-6 eingemischt werden. Diese müssen aufgedeckt werden. Jedesmal wird dabei eine neue Stadt von einer Seuche betroffen, die Anzahl der aufzudeckenen Infektionskarten erhöht und die bereits abgelegten Infektionskarten werden gemischt wieder auf den Infektionskartenstapel gelegt, was dazu führt, dass eben immer die bisher infizierten Städte immer wieder auftauchen.

Die Spieler müssen ihre Rollenfähigkeiten zusammen mit den normalen Aktionen geschickt kombiniert einsetzen, um der Krankheiten Herr zu werden. Leider sind bei 2-4 Spielern aber nie alle Rollen im Spiel, so dass wechselnde Strategien nötig sind. Nur mit den nötigen Absprachen wird man gemeinsam die vier Gegenmittel rechtzeitig finden, bevor die kritische Anzahl an Epidemien oder Ausbrüchen erreicht ist. Besonders gefallen hat mir, dass das Spiel so gut skaliert ist, dass es mit jeder Spielerzahl sehr gut funktioniert, auch wenn man besonders zu zweit, schon gut planen muss, um die fehlenden Fähigkeiten der nicht mitspielenden Rollen zu kompensieren. Auch wenn es beim ersten Mal nicht gleich klappt, die Welt zu retten, dem nächsten spannenden Versuch steht hier nichts entgegen, meist folgt er wegen der nicht allzu langen Spieldauer gleich hinterher.

Pandemie - Kurzübersicht

Für wen: alle, die gerne kooperativ spielen
Preis: 25-30,-
Spieler: 2-4Y Personen
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45-60 min
Auszeichnungen: nominiert zum Spiel des Jahres 2009
Typ: Kooperattives Spiel
Glücksfaktor: mitel
Autor: Matt Leacock
Verlag: Pegasus Spiele
Bezugsquelle: Amazon , Spielehandel

Tags: spieler_2 spieler_3 spieler_4 gluecksfaktor_mittel etwa_30_euro Spielmaterial brettspielwelt verlag:pegasus kooperatives_Spiel

26.01.07

Bohnanza - Jubiläumsausgabe

Bohnanzadose.jpg Bohnanza ist eines meiner absoluten Lieblingsspiele, was nicht nur am originellen Thema liegt, sondern weil beim Handeln und Tauschen immer alle Spieler in das Geschehen einbezogen sind. Und daß es nicht nur mir zu gefallen scheint, zeigt nun das 10-jährige Jubliäum. Nicht sehr viele Spiele schaffen es, so lange ununterbrochen im Sortiment eines Verlages zu sein. Unterstützt wurde dies im Laufe der Jahre auch durch eine Reihe von Erweiterungen, von denen das Erweiterungs-Set für mehr Spieler unbedingt zu empfehlen ist, da damit bis zu 7 Spieler um die Bohnen feilschen können.

Jetzt gibt es aus Anlaß des Jubiläums eine Sonderausgabe in einer Blechdose und goldenem Eindruck der Bohnentaler im Bohnometer auf den Karten. Wessen alte Schachtel also inzwischen ramponiert und abgegriffen ist, kann sie nun durch eine schöne und haltbarere Version ersetzen.

Seit kurzem kann man Bohnanza auch auf der Brettspielwelt online spielen.

Bohnanza - Kurzübersicht

Für wen: tauschfreudige Kartenspieler
Preis: 6,50 Euro
Spieler: 3-5 Personen
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 45 min
Auszeichnungen: Fairplay Bestes Kartenspiel 1997
Auswahlliste Spiel des Jahres 1997
Typ: Kartenspiel
Glücksfaktor: mittel
AutorUwe Rosenberg
Verlag: Amigo
Bezugsquelle: Amazon, Spielehandel

Tags: kartenspiel spieler_3 spieler_4 onlinespiel gluecksfaktor_mittel spieler_5 handelsspiel etwa_5_euro verlag:amigo brettspielwelt

17.01.07

Spielvorstellung: Finstere Flure

cover_finster_de.jpg Seit seinem Erscheinen im Jahr 2003 kommt dieses Spiel bei uns immer wieder gern auf den Tisch, was vor allem daran liegt, daß es wunderbar mit vielen Spielern funktioniert und auch die unterschiedlichsten Spielertypen anspricht. Die Hintergrundgeschichte ist einfach: Die Fee Fabula wurde von Fürst Fieso entführt und die Spieler sind unterwegs sie zu befreien. Da kommen sie in eine unterirdische Säulenhalle, die sie durchqueren müssen. Das ist gar nicht so einfach, denn dort lauert das Monster Furunkel, das natürlich verhindern will, dass die Spieler durchkommen. Zu der schrägen Geschichte passen auch sehr gut die satirischen Zeichnungen der Spielfiguren und das auf unterschiedlichste Weise zusammensteckbare Monster.

Je nach Spielerzahl führt jeder Spieler 3 oder 4 Figuren durch das Verlies. Man betritt dieses in einer Ecke und muß zur diagonal gegenüber liegenden Ecke. Wem es gelingt, als erster zwei Spielfiguren durchzubringen, gewinnt die Partie. Eine Spielfigur besteht aus einer beidseitig beklebten Holzscheibe mit unterschiedlichen Zugweiten, die zusammen immer 7 ergeben. Nach einem Zug dreht man die Scheibe um und hat in der nächsten Runde eine andere Zugweite. Während die 3/4-Figur also recht gleichmäßig zieht, macht die 1/6-Figur nach einem eher zögerlichen Zug einen Sprint. Gezogen wird nie diagonal, besetzte Felder darf man zwar überqueren, dort aber nicht mit der Bewegung aufhören. Einige bewegliche Steinblöcke dienen einerseits als Versteck können aber auch von den Spielern (und natürlich dem Monster) verschoben werden. Nachdem alle Spieler jede Spielfigur einmal gezogen haben, tritt das Monster in Aktion. Eine Karte wird aufgedeckt, die angibt, wie weit es ziehen wird. Dem Klischee entsprechend ist das ein recht dummes Monster, auf jedem Feld schaut es nach links, vorne oder rechts, ob eine Spielfigur zu sehen ist, dreht sich zur nächsten Figur und macht einen Schritt. Es schaut nie nach hinten und wenn zwei Spielfiguren gleich weit entfernt sind, kann es sich nicht entscheiden und macht einen Schritt vorwärts. Wird eine Spielfigur vom Monster erwischt, muß sie wieder von Vorne anfangen. Man wird also beim Ziehen der Spielfiguren die Bewegungen des Monsters versuchen auszunutzen, zum einen um eigene Spielfiguren zu schützen aber auch um das Monster gezielt auf die Figuren der Mitspieler zu hetzen. Besonders die in einer Runde zuletzt gezogenen Spielfiguren beeinflussen das Monster oft am meisten, da man dann schon gut berechnen kann, wo das Monster langlaufen wird.

Obwohl das Spiel fast kein Glückselement kennt, spielt es sich recht locker, denn bei vielen Spielern lassen sich nicht viele Züge des Monsters vorausberechnen - es geht in Wahrheit recht chaotisch zu. Die ersten beiden Spielfiguren wird man fast immer versuchen hinter anderen Spielern oder Säulen in Deckung zu bringen, solange man nicht recht sicher weiss, wo das Monster lang laufen wird. Noch unberechenbarer wird es in der Fortgeschrittenenversion, wenn noch Teleporter das Monster auf andere Felder beamen. Erst der letzte Spieler einer Runde kann einen sicher berechenbaren Zug machen, sehr oft zur Schadenfreude der im Spiel verbleibenden Spieler.

Wer's mal einfach ausprobieren will, man kann Finstere Flure neuerdings auch in der Brettspielwelt online spielen.

Finstere Flure - Kurzübersicht

Für wen: Monsterjäger und Taktiker
Preis: ca 20,-
Spieler: 2-7 Personen
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 min
Auszeichnungen: -
Typ: taktisches Ärgerspiel
Glücksfaktor: gering
Autor: Friedemann Friese
Verlag: 2F-Spiele
Bezugsquelle: Spielehandel

Tags: spieler_2 spieler_3 spieler_4 onlinespiel spieler_5 spieler_6 spieler_viele gluecksfaktor_wenig etwa_20_euro taktikspiel Ärgerspiel brettspielwelt verlag:2f

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Dieses Weblog informiert über Brettspiele bzw. Gesellschaftsspiele. Inhalte sind die Vorstellung von alten und neuen Spielen, Spielstrategie, Spielzubehör, Spielanleitungen, etc.
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