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17.01.07

Spielvorstellung: Finstere Flure

cover_finster_de.jpg Seit seinem Erscheinen im Jahr 2003 kommt dieses Spiel bei uns immer wieder gern auf den Tisch, was vor allem daran liegt, daß es wunderbar mit vielen Spielern funktioniert und auch die unterschiedlichsten Spielertypen anspricht. Die Hintergrundgeschichte ist einfach: Die Fee Fabula wurde von Fürst Fieso entführt und die Spieler sind unterwegs sie zu befreien. Da kommen sie in eine unterirdische Säulenhalle, die sie durchqueren müssen. Das ist gar nicht so einfach, denn dort lauert das Monster Furunkel, das natürlich verhindern will, dass die Spieler durchkommen. Zu der schrägen Geschichte passen auch sehr gut die satirischen Zeichnungen der Spielfiguren und das auf unterschiedlichste Weise zusammensteckbare Monster.

Je nach Spielerzahl führt jeder Spieler 3 oder 4 Figuren durch das Verlies. Man betritt dieses in einer Ecke und muß zur diagonal gegenüber liegenden Ecke. Wem es gelingt, als erster zwei Spielfiguren durchzubringen, gewinnt die Partie. Eine Spielfigur besteht aus einer beidseitig beklebten Holzscheibe mit unterschiedlichen Zugweiten, die zusammen immer 7 ergeben. Nach einem Zug dreht man die Scheibe um und hat in der nächsten Runde eine andere Zugweite. Während die 3/4-Figur also recht gleichmäßig zieht, macht die 1/6-Figur nach einem eher zögerlichen Zug einen Sprint. Gezogen wird nie diagonal, besetzte Felder darf man zwar überqueren, dort aber nicht mit der Bewegung aufhören. Einige bewegliche Steinblöcke dienen einerseits als Versteck können aber auch von den Spielern (und natürlich dem Monster) verschoben werden. Nachdem alle Spieler jede Spielfigur einmal gezogen haben, tritt das Monster in Aktion. Eine Karte wird aufgedeckt, die angibt, wie weit es ziehen wird. Dem Klischee entsprechend ist das ein recht dummes Monster, auf jedem Feld schaut es nach links, vorne oder rechts, ob eine Spielfigur zu sehen ist, dreht sich zur nächsten Figur und macht einen Schritt. Es schaut nie nach hinten und wenn zwei Spielfiguren gleich weit entfernt sind, kann es sich nicht entscheiden und macht einen Schritt vorwärts. Wird eine Spielfigur vom Monster erwischt, muß sie wieder von Vorne anfangen. Man wird also beim Ziehen der Spielfiguren die Bewegungen des Monsters versuchen auszunutzen, zum einen um eigene Spielfiguren zu schützen aber auch um das Monster gezielt auf die Figuren der Mitspieler zu hetzen. Besonders die in einer Runde zuletzt gezogenen Spielfiguren beeinflussen das Monster oft am meisten, da man dann schon gut berechnen kann, wo das Monster langlaufen wird.

Obwohl das Spiel fast kein Glückselement kennt, spielt es sich recht locker, denn bei vielen Spielern lassen sich nicht viele Züge des Monsters vorausberechnen - es geht in Wahrheit recht chaotisch zu. Die ersten beiden Spielfiguren wird man fast immer versuchen hinter anderen Spielern oder Säulen in Deckung zu bringen, solange man nicht recht sicher weiss, wo das Monster lang laufen wird. Noch unberechenbarer wird es in der Fortgeschrittenenversion, wenn noch Teleporter das Monster auf andere Felder beamen. Erst der letzte Spieler einer Runde kann einen sicher berechenbaren Zug machen, sehr oft zur Schadenfreude der im Spiel verbleibenden Spieler.

Wer's mal einfach ausprobieren will, man kann Finstere Flure neuerdings auch in der Brettspielwelt online spielen.

Finstere Flure - Kurzübersicht

Für wen: Monsterjäger und Taktiker
Preis: ca 20,-
Spieler: 2-7 Personen
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 min
Auszeichnungen: -
Typ: taktisches Ärgerspiel
Glücksfaktor: gering
Autor: Friedemann Friese
Verlag: 2F-Spiele
Bezugsquelle: Spielehandel

Tags: spieler_2 spieler_3 spieler_4 onlinespiel spieler_5 spieler_6 spieler_viele gluecksfaktor_wenig etwa_20_euro taktikspiel Ärgerspiel brettspielwelt verlag:2f

24.10.06

Spielvorstellung: Seenot im Rettungsboot

Seenot im Rettungsboot Das Schiff ist am Sinken, Matrosen und Steuermänner sind in den Rettungsbooten und steuern die rettenden Inseln am Rande des Horizonts an. Doch es werden wohl nicht alle ankommen, die Boote sind morsch und gefährliche Riffe liegen auf dem Weg.

Nachdem alle Leute in den Booten sind, geht es los. In jeder Runde gibt es in einem Boot einen Wassereinbruch. Welches Boot es trifft, wird nach einer kurzen Verhandlungsrunde (wie bei allen Entscheidungen in diesem Spiel) per Abstimmung festgestellt. Sollte in dem Boot noch ein freier Platz sein, ist das nicht weiter problematisch. Falls aber kein freier Platz mehr vorhanden ist, stimmen die Bootsinsassen ab, wer über Bord geht. Spätestens jetzt sollte jeder Mitspieler das Spiel nicht allzu ernst nehmen, das Ärgerpotential ist hoch, und wer seine Matrosen zur Insel bringen will, nimmt kaum persönliche Rücksichten.
Auch welches Boot ein Stück weiter fährt, wird abgestimmt. Immerhin darf man dreimal im Spiel mit Hilfe des Kapitäns versuchen, die Abstimmung aufzuheben, was aber nur funktioniert, wenn man als einziger einen Kapitän einsetzt. Zuletzt steigen die Seeleute um, da es einem vielleicht mit den Mitfahrern etwas mulmig wird oder zu viel Wasser im Boot ist, man also hofft, in eine aussichtsreichere Position zu kommen.
Nachdem alle Boote angekommen oder unterwegs gesunken sind, gewinnt der Spieler mit den meisten Punkten für die geretteten Seeleute.

Das Spiel ist nicht neu, sondern eine unveränderte Neuauflage von "Rette sich wer kann" (leider war dieser Titel aktuell bereits vergeben). Auch wenn es also schon 13 Jahre alt ist, dieses Spiel hat die Neuveröffentlichung verdient, in unseren Spielrunden kommt es seitdem immer wieder auf den Tisch, hat es doch von seinem Spielreiz (bevorzugt für 5-6 Spieler) absolut nichts verloren. Und in welches Boot machen wir als nächstes ein Loch? :-)

Seenot im Rettungsboot - Kurzübersicht

Für wen: wer sich und andere gerne ärgert
Preis: 35,-
Spieler: 3-6 Personen
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 90 min
Typ: Ärgerspiel, Verhandlungsspiel
Glücksfaktor: ohne
Autor: Ronald Wettering
Verlag: Argentum Verlag
Bezugsquelle: Direktbezug, Versandhandel, Spielehandel
Vorgänger: 1993 "Rette sich wer kann"

Tags: spieler_3 spieler_4 spieler_5 spieler_6 25_bis_50_euro gluecksfaktor_ohne Ärgerspiel Verhandlungsspiel

Information

Dieses Weblog informiert über Brettspiele bzw. Gesellschaftsspiele. Inhalte sind die Vorstellung von alten und neuen Spielen, Spielstrategie, Spielzubehör, Spielanleitungen, etc.

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