" /> Brettspiel-Blog: Dezember 2009 Archive

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22.12.09

Spielvorstellung: Die Tore der Welt

tore_cover.jpg Seit einigen Jahren bereits bringt der Kosmos-Verlag vermehrt Spiele mit literarischem Hintergrund heraus. Damit will man natürlich neue Zielgruppen ansprechen und kann auch im Vertriebskanal Buchhandlung die Leser ansprechen. Dass eine solche "Verspielung" eines Romans die Vorlage nicht 1:1 umsetzen kann, dürfte klar sein, es gilt eher das Flair der Vorlage einzufangen und ich finde, dass ist den Autoren beim vorliegenen Spiel wunderbar gelungen. Ich habe das Buch etwa zur selben Zeit gelesen, als ich das Spiel kennenlernen konnte. Natürlich ist die Kenntnis des Romans nicht Voraussetzung für den Spielgenuss, hilfreich ist sie ausserdem nicht.

Spiel und Roman spielen einige Generationen nach den Geschehnissen aus "Die Säulen der Erde". Zu Beginn lernen sich einige Kinder kennen, deren weiteres Schicksal der Roman erzählt. Im Spiel werden die Geschehnisse aufgegriffen: die Stadt entwickelt sich und muss ausgebaut werden und die Pest bringt Krankheit und Tod. Die Spieler beteiligen sich an den Bauprojekten und versuchen den Kranken zu helfen. Dafür gibt es die meisten Siegpunkte. Jede Runde deckt der Startspieler eine Ereigniskarte auf, deren Text und Bild sich auf das Romangeschehen bezieht. Die Auswirkungen allerdings dann natürlich auf das Spiel. Zusätzlich zum Ereignis zeigt jede Ecke eine Art Einkommen für die Spieler. Je nachdem wie der Startspieler die Karte auf dem Spielplan ablegt, erhalten die Spieler unterschiedliche Dinge: Getreide, Frömmigkeit, Geld oder zu Beginn am ungeliebtesten ein Siegpunkt. Zusätzlich erhält der Startspieler u.U. noch ein Extra von der Gunstskala. Da sich die Orientierung der Karte auch darauf auswirkt, gilt es manchmal ein Kompromiss einzugehen, damit man möglichst zwei Einkommen erhält.

In der anschliessenden Aktionsphase wählt reihum jeder Spieler eine seiner 12 Aktionen. Eine weitere muss er verdeckt ablegen und kann sie in diesem Kapitel nicht mehr verwenden. Daraus ergeben sich pro Kapitel 6 Spielrunden. Der Mechanismus zur Aktionswahl ist originell und zwingt zum Planen. Blöd, wenn einem dann später eine Eregniskarte einen Strich durch die Rechnung macht. Daran wird sich mancher vielleicht stören, einerseits ist Planung der Aktionen und des Einkommens nötig (ein Großteil muss darauf verwendet werden, die zum Ende des Kapitels nötige Versorgung durch Getreide, Frömmigkeit und Steuern aufbringen zu können), andererseits können die Ereigniskarten alle Planung zunichte machen. Pro Partie ist etwa die Hälfte aller Ereigniskarten im Spiel, so dass man nie genau weiss, was einem erwartet. Mir gefällt das Spiel trotzdem, weil man es dadurch lockerer nehmen muss. Zwar muss ich mir Gedanken darüber machen, wie ich zu meinen Siegpunkten kommen will, muss mich aber andererseits an die Gegebenheiten anpassen. Immerhin sind alle Spieler gleich von den Ereignissen betroffen. Das Spiel bringt auch mit seiner wunderschönen Ausstattung sehr gut die Atmosphäre des Romans auf den Spieltisch.

Die Tore der Welt - Kurzübersicht

Für wen: Mittelalter- und Literaturfreunde
Preis: ca. 30,-
Spieler: 2-4 Personen
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 60+ Min.
Auszeichnungen: -
Typ: Strategiespiel
Glücksfaktor: gering
Autor: Michael Rieneck und Stefan Stadler
Verlag: Kosmos
Bezugsquelle: Amazon , Spielehandel

Tags: spieler_2 spieler_3 spieler_4 gluecksfaktor_wenig strategiespiel etwa_30_euro verlag:kosmos literaturspiel

17.12.09

Spiel des Jahres 1984: Dampfross

DampfrossIch darf Euch heute ein schon sehr altes, aber nach wie vor recht kultiges Spiel vorstellen: Dampfross. Ähnlich wie das neuere Trans America werden hier Städte verbunden. Das Spielbrett ist in Hexagonale unterteilt, die Karte stellt Europa in groben Zügen dar. Die Gebirge sind einfach braun markiert. Im Unterschied zu Trans Amerika werden hier die zurückgelegten Strecken mit farbigen (wasserlöslichen) Eddings markiert (und nach Spielende feucht wieder abgewischt). Wer an der Reihe ist, würfelt seine verfügbare Punktzahl. Der Aufstieg oder der Bau in Bergen ist teurer als in der Ebene. Wer zuerst alle seine Städte verbunden hat, gewinnt.

Der Spielplan ist recht minimalistisch, sehr pur, auch die Spielausstattung ohne wesentlichen Schnickschnack. Wer das für seinen Spielspaß benötigt, der wird hier nicht fündig. Ein wenig Würfelglück braucht man natürlich, aber ansonsten kann man das durch eine geschickte Streckenführung wieder ausgleichen. Das Spiel ist nur noch im gebrauchten Zustand erhältlich.

Dampfross - Kurzübersicht

Für wen: Planer
Preis: gebraucht ab ca. 10 Euro
Spieler: 2-6 Personen
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 30-45 Minuten
Auszeichnungen: Spiel des Jahres 1984
Typ: Planer
Glücksfaktor: Würfelglück
Autor: David Watts
Verlag: Schmidt Spiele
Bezugsquelle: Amazon, Flohmärkte

Tags: etwa_10_euro

16.12.09

Zickezacke Igelkacke

Zicke Zacke IgelkackeWorum geht es?

Das Spiel (4-99 Jahre) ist im wesentlich ein etwas dynamisiertes Memospiele dem man Paare bildet mit dem Feld auf den der Igel beim Wettrennen kommen soll und einem umgedreht liegenden Plättchen, das in der Mitte liegt. Eines der Spiele, bei denen Kinder ihre Eltern und Großeltern immer abzocken. Jedenfalls ist das Hühnerkacke-Spiel eines der Lieblingsspiele meiner Memo-verrückten Tochter ;).

Wer 'Zickezacke Hühnerkacke' aus dem selben Verlag kennt, dem dürfte jetzt schon etwas aufgefallen sein: Ja, das ist exakt das selbe Spielprinzip. Und das Spiel ist auch gleich 'formatiert': 24 Wegsteine, 12 Memorykärtchen, 4 Igel (statt Hühner). Statt Federn haben die Igel Obst auf ihrem Rücken stecken. Immerhin: die Motive auf den Kärtchen sind nicht ganz so komplex wie beim Vorgängerspiel. Zuerst hatte ich ja mit einer 'Kleinkindvariante' des Spiels gerechnet, aber nein: Es hat an sich die selbe Komplexität. Und das Spiel ist gegenüber der ersten Version um 10 EUR billiger. Also sozusagen eine Schwaben-Krisen-Version.

Das Ganze hat dann meine Kids motiviert, nach dem Auspacken des Spiels zunächst lieber noch einmal das 'alte' Spiel zu spielen, dessen Box, Figuren und Kärtchen allerdings größer sind. Jedoch ist das Spiel nicht so weit geschrumpft, dass man es gern ins Urlaubsgepäck packen würde.
Dass in der Box dann eine Karte liegt, die andeutet, dass, wer das eine Spiel hat auch sicher gern das jeweils andere möchte... nun, das ist finde ich einen Hauch grenzwertig.

Ein zusätzlicher Lerneffekt ergibt sich bei der Igelkacke-Version, wenn man die ganzen Tiere, Früchte und Beeren auch benennen würde, die da auf den Kärtchen der Mitte liegen. Das wird aber durch den Spielablauf allerdings nicht gefördert, so dass es den Erwachsenen übererlassen ist, Stachelbeere oder Buntspecht auch mit Namen zu belegen.

Kommentar der Tochter war jedenfalls: "Ich hätte lieber Zickezacke Entenkacke gehabt." Das ist nämlich die Erweiterung zum Ursprungsspiel.

Diesem Kommentar kann ich mich nur anschließen. Und die Beobachtung hinzufügen, dass für Kinder ab 7 Jahren mit etwas Memotalent das Spiel keiner größeren Herausforderungen mehr bereithält, so dass die Runden recht zügig abgewickelt sind.

Für wen ist das Spiel?

  • Für Leute, die die 'Hühnerkacke' noch nicht haben.
  • Für Memo-Spiel-Fans.
  • Für Leute, die ihren Kindern Namen der Waldfrüchte nahebringen wollen.
  • Für Leute, die lieber eine etwas kleiner ausgelegte Variante des Klassikers bevorzugen.
  • Für Igelfans, die auch noch rund 10 EUR gegenüber dem Ursprungsspiel sparen wollen.

Zickezacke Igelkacke - Kurzübersicht

Für wen: Kinderspiel
Preis: ca. 20 Euro
Spieler: 2-4 Personen
Alter: ab 4 Jahren
Spieldauer: ca. 20 Minuten
Typ: Memoryspiel
Verlag: Zoch
Bezugsquelle: Amazon, Spielehandel

Tags: spieler_2 spieler_3 spieler_4 etwa_20_euro kinderspiel verlag:zoch memoryspiel

03.12.09

Spielvorstellung: Flowerpower - Blühender Wildwuchs für Zwei

FlowerpowerKosmos reduzierte leider sein Sortiment für 2 Spieler, dabei fiel auch dieses Spiel durch das Raster, meiner Meinung nach völlig zu Unrecht. Denn es ist ein schönes gute Laune-Spiel. Immer abwechselnd wird je ein Plättchen aus einem Leinensack gezogen. Hier sind jeweils 2 Blumen in unterschiedlicher Zusammensetzung (ähnlich Domino) abgebildet. Aus diesen werden im eigenen Garten Blumenbeete gelegt, die möglichst großflächig einer der 10 Blumensorten gehören sollten. Kann man aus dem eigenen Garten in das neutrale Gebiet hineinlegen, wird auch dieser Bereich mitgerechnet. Ab 3 Blumen gibt es 1 Punkt, dies wird gestaffelt bis Blumenfelder von mindestens 10, die 4 Punkte ergeben. Da die Größe anders als bei Rosenkönig nicht quadratisch einfließt, sind die Ergebnisse meistens etwas enger. Kann man ein Plättchen so gar nicht brauchen, darf man es umgedreht bis zu 3x/Spiel beim Mitspieler als Unkraut auslegen.

Besonders schön finde ich den meist recht ausgewogenen Glücksfaktor sowie das farbenfrohe Feld zu Spielende. Dieses wird erreicht, wenn das letzte Plättchen gezogen und gelegt wurde, oder keiner der beiden mehr legen kann. Einfach ein tolles, schnelles Spiel für 2 an einem verregneten Samstagnachmittag.

Flowerpower - Kurzübersicht

Für wen: Legespiel, Blumenfreunde
Preis: gebraucht meist unter 10,-€
Spieler: 2 Personen
Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: ca. 30 Minuten
Auszeichnungen: -
Typ: Legespiel
Glücksfaktor: vorhanden
Autoren: Angelika Fassauer, Peter Hauszka
Verlag: Kosmos
Bezugsquelle: Amazon, Flohmärkte

Tags: spieler_2 gluecksfaktor_wenig etwa_10_euro legespiel verlag:kosmos

Information

Dieses Weblog informiert über Brettspiele bzw. Gesellschaftsspiele. Inhalte sind die Vorstellung von alten und neuen Spielen, Spielstrategie, Spielzubehör, Spielanleitungen, etc.

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