Spielvorstellung: Die Baumeister von Arkadia

Nach den Veröffentlichungen der Ravensburger aus den letzten Jahren hat mich dieses Spiel im Herbst als Neuheit doch etwas überrascht. Waren doch selbst die "großen Spiele" eher
sleichte Kost, hätte ich die Baumeister eher mit dem alea-Label erwartet. Inzwischen weiß ich, daß da durchaus interne Konkurrenz herrschte. Schade für alea, denn in die Reihe hätte das Spiel gut gepasst und der Erfolg hätte dem Label auch nicht geschadet. So erinnert das eher an die Ravensburger der 80er Jahre, damals sind wir nach Nürnberg gefahren und der erste Weg ging eigentlich immer zum blauen Dreieck, was es denn da an großen Neuheiten gab.
Es wird wieder mal eine Stadt um eine Burg herum gebaut. Während die Stadt mit Papplättchen eher flach daher kommt, wird die Burg in der Mitte des Spielplans mit 3-dimensionalen Türmen richtig in die Höhe gebaut. Doch fangen wir am Anfang an: Der Spielplan ist leer, nur der Bauplatz für die Burg liegt schon da. Die Bauteile der Burg werden vorsortiert bereitgestellt, jeder Spieler erhält einige Arbeiter und drei Baukarten, die zu bauende Gebäude der Stadt darstellen. Wer an der Reihe ist, hat zwei Aktionsmöglichkeiten: 1. er spielt eine Baukarte aus und legt das entsprechende Gebäude aus dem Vorrat auf den Spielplan. Dabei muss es an bereits ausliegende Gebäude, die Burg oder Arbeiter angrenzen. Dann legt er das Siegel in der Farbe des fiktiven Auftraggebers gemäß Baukarte darauf und das war's erstmal in der Regel. Alternativ kann man 2. einen oder mehrere Arbeiter aus dem eigenen Vorrat an ein Gebäude stellen. Fertig.
Sollte nach einem Zug ein Gebäude von Burg, Spielfeldrand, anderen Gebäuden oder Arbeitern vollständig umschlossen sein, so wird dieses gewertet: der aktive Spieler, der es umschlossen hat, bekommt das Siegel des Gebäudes. Die Besitzer der Arbeiter, die neben dem Gebäude stehen, bekommen ebenfalls pro Arbeiter ein Siegel. Da ein Arbeiter auf diese Weise bis zu vier Siegel im Laufe des Spieles verdienen kann, ist die Platzierung dieser natürlich sehr wichtig, zumal man auch nur sehr wenige Arbeiter hat.
Die einem Spieler zur Verfügung stehenden Arbeiter stehen hinter einem kleinen Sichtschirm, der stilecht als Zelt gestaltet ist. An dem Zelt hängen vier Wimpel in den Farben des Spielers. Für die Abgabe eines Wimpels bekommt man zwei Arbeiter und kann die bisher gesammelten Siegel in Gold umtauschen. Um den Wechselkurs festzustellen, muß man sich die Burg anschauen: Jedes Bauteil zeigt ebenfalls ein Siegel. Jedes Siegel ist nun soviele Goldstücke wert, wie Siegel der entsprechenden Farbe sichtbar sind. Wer ein Gebäude fertigstellt, muß immer auch ein Bauteil der Burg setzen und hat damit Einfluß auf den Wechselkurs. Irgendwie ist das für mich - trotz der durchaus passenden thematischen Einkleidung - ein Aktienspiel: Man investiert in bestimmte Farben (= Arbeiter an passendes Gebäude stellen) und verkauft die Aktien später zum aktuellen Kurs, den man auch gut beeinflussen kann. Noch ein Wort zu der Wimpelaktion: Da man dadurch neue Arbeiter bekommt, ist es durchaus sinnvoll, diese Aktion früh zu nutzen, auch wenn man keine Siegel tauscht, damit man überhaupt investieren kann. Am Ende des Spiels, werden sowieso alle restlichen Siegel in Gold umgerechnet und der reichste Spieler gewinnt.
Das Spiel hat mir auf Anhieb gut gefallen, es ist nicht schwierig zu verstehen und kann je nach Geschmack der Spielerunde eher locker wie ein Familienspiel gespielt werden, es bietet aber auch genug Spieltiefe, damit auch Vielspieler nicht unglücklich sind, ist der Glücksanteil doch ziemlich gering (selbst beim Nachziehen der Baukarten hat man die Auswahl aus offen liegenden Karten). Nachdem es zum Spiel des Jahres nominiert wurde, ist das für mich einer der Favoriten.
Die Baumeister von Arkadia - Kurzübersicht
Preis: ca. 25,-
Spieler: 2-4 Personen
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 60 min
Auszeichnungen: nominiert zum Spiel des Jahres 2007
Typ: Taktisches Legespiel
Glücksfaktor: gering
Autor: Rüdiger Dorn
Verlag: Ravensburger
Bezugsquelle: Amazon, Spielehandel
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